Projekt-Idee

WERKRAUM. Kunstlandschaft Pritzen

Fast 60 Jahre lang wurde in unmittelbarer Umgebung von Pritzen, einem Dorf in der Niederlausitz, Braunkohle gefördert. Pritzen selbst mit seiner mittelalterlichen Feldsteinkirche sollte bis 1995 weichen und war längst zu einem Industrieort mit Gleisanschluss, Verladerampen, Werkstätten und Maschinenstationen geworden. Fast alle Einwohner hatten das Dorf verlassen, die wertvolle Kirche wurde Stein für Stein abgetragen. Rund drei Viertel aller Häuser waren bereits abgerissen, die Gärten verwilderten, als 1992 die Entscheidung fiel: Der Tagebau wird gestoppt. Das geschundene Rest- Dorf sollte auf einer Landzunge im entstehenden Altdöberner See weiterleben.

Einige wenige Menschen besiedelten das Dorf neu. Die Werkskantine wurde zum Bürgerhaus. Auch einen Glockenturm erhielt Pritzen wieder. Raumpioniere siedelten sich an und erprobten neue Arbeits- und Lebensformen zwischen Stadt und Land. Im Verein Kunstlandschaft Pritzen e.V. versammeln sich diese innovativen Protagonisten.

Noch sind viele Gärten überwuchert, der Glockenturm verfällt, das Bürgerhaus soll privatisiert werden, über 20.000 qm Bauland ist ungenutzt, Konzepte sind veraltet oder fehlen.

2021 will der Verein Kunstlandschaft Pritzen e.V. im Zentrum dieser Kunstlandschaft eine 6.000 qm große gemeinwohlorientierte Fläche zum Experimentierfeld für beispielhafte Entwicklungsimpulse nutzen.
'Fläche Werkraum'
-Welche Zukunft hat Pritzen auf der Landzunge im Altdöbener See?
-Wie können die vielfältigen Akteure vor Ort vernetzt werden?
-Und wie kann die Zwischenlandschaft nachhaltig gestaltet werden.
-Welche Impulse bedarf es, das Alleinstellungsmerkmal Pritzens als Standort zweier LandArt-Europa-Biennalen in den 1990er Jahren, zu stärken?

In vier zweitägigen Wochenendworkshops sollen dazu Ideen, Visionen und Entwürfe mit der Unterstützung renommierter Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen erarbeitet, diskutiert sowie mit ersten sichtbaren Ergebnissen umgesetzt werden.

Eine öffentliche Ausstellung im September stellt die Arbeitsergebnisse vor.