Vom WERKRAUM zum ERFAHRUNGSRAUM. Kunstlandschaft Pritzen 2026

Ihr Alleinstellungsmerkmal im Lausitzer Seenland weiterentwickeln.
Im Rahmen eines partizipativen Werkstattverfahrens soll gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Kunstlandschaft Pritzen e. V., Bewohnerinnen und Bewohnern von Pritzen, weiteren Interessierten sowie Fachexpertinnen und -experten untersucht werden, wie die Kunstlandschaft Pritzen auf Basis eines vorliegenden Konzeptes vom WERKRAUM zum ERFAHRUNGSRAUM weiterentwickelt werden kann. Ziel ist es, dieses Profil als Alleinstellungsmerkmal im Lausitzer Seenland zu schärfen.

Ausgangslage

Die Kunstlandschaft Pritzen liegt auf einer Landschaftshalbinsel im Altdöberner See – ein Ort, der wie kaum ein anderer vom Wandel der Landschaft erzählt. Seit der Eiszeit formte die Natur die Niederlausitz, bis der Braunkohleabbau sie innerhalb nur eines Jahrhunderts radikal veränderte. Fast 60 Jahre lang wurde um Pritzen Braunkohle gefördert. Der Ort war zu einem 24/7 Industriebetrieb geworden und sollte bis 1995 weichen. Fast alle Einwohner waren umgesiedelt, die wertvolle Feldsteinkirche war abgetragen und steht heute in Spremberg. Rund 3/4 aller Häuser waren abgerissen, die Gärten verwildert, als 1992 die Entscheidung fiel: Der Tagebau wird gestoppt, das geschundene Dorf sollte weiterleben. Einige Menschen besiedelten das Dorf neu, darunter viele Stadt-Land-Bewohner. Die Werkskantine wurde zum Gasthaus. Pritzen erhielt per Hubschrauber den 500 Jahre alten Glockenturm aus Wolkenberg, der inzwischen wieder verfällt.

In zwei Europabiennalen beschäftigten sich international bekannte LandArt-Künstler mit dem Ort und setzten starke Zeichen in den Raum. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land bearbeitete Pritzen von 2000-2010 als Kunstlandschaft, der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) beplante die Uferbereiche unter den Schwerpunkten Kunstlandschaft/Landschaftskunst/Kultur am Wasser/Natur und Ruhe. Eine Bürgerinitiative bewahrte den See 2015/16 vor einer Nutzung als Eisenhydroxydschlamm-Deponie.

Der Verein Kunstlandschaft Pritzen e.V. erwarb das ehemalige Gasthaus von der Gemeinde Altdöbern nach langem Leerstand. Er startete 2021 mit einem Werkstatt-Verfahren, dass im Rahmen eines WERKRAUM, gefördert von Kulturland Brandenburg, stattfand. Seine Inhalte und Ergebnisse wurden in einem Werkheft dokumentiert und die Baumaßnahmen in den Folgejahren unter der Prämisse von reduce-reuse-recycle umgesetzt. So konnten frühzeitig Aufgaben, Zielkonflikte und Herausforderungen identifiziert und die Akzeptanz vor Ort gesteigert werden. Für sein WERKRAUM-Engagement wurde der Verein 2023 mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis ausgezeichnet.

Zielsetzung

Nun soll wieder in einem partizipativen Werkstattverfahren diskutiert werden, wie aus dem WERKRAUM ein ERFAHRUNGSRAUM werden kann. An drei Werkstatt-Wochenenden, die durch Vorträge von Fachexperten eingeleitet, professionell moderiert und dokumentiert werden, wollen sich die Vereinsmitglieder mit Bewohnern der Kunstlandschaft Pritzen und weiteren Interessierten mit den Potentialen des Ortes und ihrer Wahrnehmung auseinandersetzen.

Wie kann das Alleinstellungsmerkmal der Kunstlandschaft Pritzen weiterentwickelt werden, so dass das Projekt überregionale Ausstrahlung gewinnt? Dabei sollen insbesondere das SeeGut (mit Saal, Studios, Seestube, Kunstscheune, Werkstatt und Garten), der Glockenturm, die LandArt-Objekte im Bestand, ggf. neue Landschafts-Kunstwerke, der Gutspark und die „Wilden Gärten“ im Ort, der Klimawandel und seine Auswirkungen, die Bergbau- und Wasserproblematik, die geplanten Tourismusprojekte am See sowie das Sozialleben im Ort mit Möglichkeiten der auch wirtschaftlichen Teilhabe für alle Interessierten betrachtet werden. Welche Inhalte und Formen der Wahrnehmung des Landschaftswandels, welche Formate der Wissensvermittlung sind vorstellbar? Welche Zielgruppen können erreicht werden? Wie ließe sich ein wirtschaftlicher Betrieb realisieren? Welche Formen der Öffentlichkeitsarbeit sind sinnvoll?

So soll wieder eine breite Basis für ein im Entwurf vorliegendes Konzept der Kunstlandschaft Pritzen als ERFAHRUNGSRAUM und seine Akzeptanz geschaffen werden. Der Konzeptentwurf soll breit diskutiert und auf seine Umsetzung hin überprüft werden.

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